Position

Was ist Mangart?

Mangart ist eine zeitgenössische Kunstpraxis, die Manga als künstlerische Sprache nutzt.

Der Begriff setzt sich aus den Worten Manga und Art zusammen und beschreibt einen Ansatz, bei dem die visuelle Sprache von Manga bewusst innerhalb eines künstlerischen Kontexts eingesetzt wird. Dabei steht nicht die Herkunft eines Motivs im Vordergrund, sondern dessen Funktion innerhalb eines Werkes.

Mangart versteht Manga nicht als Genre, sondern als Bildsprache. Figuren, Symbole, Blickrichtungen, Emotionen und erzählerische Elemente werden zu Werkzeugen, mit denen persönliche, kulturelle und konzeptionelle Themen untersucht werden können.

Die Arbeiten entstehen als Einzelwerke, Serien oder zusammenhängende Werkgruppen. Sie greifen auf unterschiedliche Quellen zurück, folgen jedoch einem gemeinsamen Gedanken: Manga dient nicht als Dekoration, sondern als bewusst gewähltes künstlerisches Vokabular.

Mangart beschreibt nicht nur eine Technik oder eine stilistische Entscheidung. Im Zentrum steht die Verbindung von künstlerischer Intention, handwerklicher Umsetzung und den Ausdrucksmöglichkeiten von Manga.

No Art without Manga

Manga gehört zu den prägenden Bildsprachen unserer Zeit.

No Art without Manga beschreibt die Idee, dass Manga nicht ausserhalb des zeitgenössischen Kunstdiskurses steht, sondern Teil davon ist.

Der Satz versteht Manga nicht als Gegenposition zu bestehenden Kunstformen, sondern als Erweiterung des Blickfeldes.

No Art without Manga ist keine Grenze, sondern eine Erweiterung.

Künstlerische Position

Für mich beginnt Kunst mit einem Grund.

Nicht das Motiv allein macht ein Werk bedeutsam, sondern die Frage, warum es gewählt wurde. Jede Arbeit entsteht aus einer Auseinandersetzung mit einer Bedeutung, einer Erfahrung, einer Erinnerung oder einer Fragestellung.

Die sichtbare Form ist das Ergebnis dieses Prozesses, nicht dessen Ersatz.

Künstlerische Ideen und handwerkliche Umsetzung stehen für mich nicht im Widerspruch. Ein Gedanke allein ersetzt keine Arbeit, genauso wenig ersetzt handwerkliches Können eine Idee.

Deshalb verstehe ich Kunst als Verbindung von Idee und Ausführung.

Kopf ersetzt Hand nicht und Hand ersetzt Kopf nicht.

Ich arbeite mit Manga, weil diese Bildsprache eine besondere Form von Offenheit ermöglicht.

Manga-Figuren können Eigenschaften, Geschichten oder kulturelle Referenzen mitbringen, ohne vollständig durch sie festgelegt zu sein. Sie besitzen Wiedererkennbarkeit, lassen aber gleichzeitig Raum für neue Bedeutung.

Dadurch können sie zu Trägern von Gedanken, Fragen und Beobachtungen werden. Manchmal nutze ich bestehende Figuren, manchmal eigene Charaktere. Entscheidend ist nicht ihre Herkunft, sondern ihre Funktion innerhalb eines Werkes.

Für mich ist Manga deshalb nicht das Thema der Arbeit, sondern das Werkzeug. Es erlaubt mir, Ideen sichtbar zu machen, ohne sie auf eine einzige Lesart festzulegen.

Gerade diese Offenheit macht Manga für mich zu einer künstlerischen Sprache.

Die einzelnen Arbeiten stehen selten für sich allein.

Viele Werke entstehen als Teil einer fortlaufenden Auseinandersetzung mit einem Thema, einer Frage oder einem Gedanken. Manche entwickeln sich zu Serien, andere bleiben bewusst Einzelwerke. Gemeinsam ist ihnen der Versuch, nicht Antworten zu liefern, sondern Möglichkeiten sichtbar zu machen.

Kunst verstehe ich nicht als Illustration einer fertigen Meinung. Sie ist ein Prozess des Fragens, Prüfens und Weiterdenkens.

Deshalb sind die Arbeiten nicht als abgeschlossene Aussagen zu verstehen, sondern als Stationen innerhalb einer fortlaufenden künstlerischen Untersuchung.